Ejercicio 1 — Text A: Textnachrichten und Schultexte
Comprensión escrita6 puntosText A
Textnachrichten und Schultexte
Messenger wie WhatsApp verführen Jugendliche dazu, sprachliche Regeln zu missachten – oder? Eine Studie des Linguisten Dr. Florian Busch von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zeigt: Je nach Kontext gelten auch in der digitalen Kommunikation Schreibfehler als peinlich und zu viele Emojis als überflüssig. Jugendliche sind sich sehr bewusst, was in welchen Situationen angemessen ist.
„Es gibt sehr deutliche Unterschiede zwischen dem Schreiben in der Schule und dem Schreiben mit Freundinnen und Freunden“, behauptet Busch. Schüler/innen verzichten in ihren Kurznachrichten mit Freund/(inn)en meist auf Groß- und Kleinschreibung, aber sie orientieren sich in ihren Schulaufsätzen stark an Rechtschreib- oder Zeichensetzungsregeln. „Es zeigt sich, dass Jugendliche oft sehr wohl über Rechtschreibkompetenz verfügen. In der digitalen Kommunikation gelten aber andere Normen, die ein persönlicheres Kommunizieren ermöglichen“, erklärt Busch. Aber ihnen ist wichtig, nicht ungebildet zu wirken. „Schreibfehler können auch in WhatsApp als peinlich wahrgenommen werden und in diesem Fall korrigieren sich Jugendliche oft untereinander“, sagt Busch.
Anderseits nehmen Emojis, wie Smileys und Herzen, eine wichtige Rolle in der digitalen Kommunikation ein: „Emojis werden in der Regel nicht dafür genutzt, ganze Wörter oder Sätze zu ersetzen“, so Busch. Vielmehr seien sie eine Interpretationshilfe, wie man eine Nachricht verstehen soll. „An die Stelle von klassischen Satzzeichen tritt hier eine große Zeichenvielfalt. Damit wird die digitale Kommunikation erfolgreich“, sagt Busch weiter.
Je nach Beziehung der Jugendlichen untereinander können verschiedene Regeln gelten: „Enge Freunde verzichten ganz auf Emojis, weil sie nicht nötig sind, um einander richtig zu verstehen. In weniger engen Beziehungen werden sie aber verwendet, um die Bedeutung einer Nachricht zu illustrieren“, erklärt Busch.
Quellen: www.t-online.de und www.arbeitsblaetter.stangl-taller.at (adaptiert)
Glossar
jemanden zu etwas verführen – jemanden dazu bringen, etwas Falsches zu tun
überflüssig – für einen Zweck nicht erforderlich, daher nicht notwendig
wahrnehmen – etwas bemerken, betrachten, identifizieren
die Vielfalt – eine große Menge verschiedlicher Dinge
die Beziehung – Verbindung, Kontakt zwischen Einzelnen oder innerhalb einer Gruppe