Ejercicio 1 — Text A: Kein Sport ist auch eine Lösung
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Kein Sport ist auch eine Lösung
Ich habe Sport noch nie so richtig verstanden. Mir fallen tausend Aktivitäten ein, denen ich lieber nachgehe. Aber Sport ist derzeit so im Trend wie nie zuvor. Im Internet gibt es einen regelrechten Kult um den perfekt trainierten Körper. Wer ihn will, muss arbeiten und muss leiden.
Ich weiß, dass es Menschen gibt, die Sport lieben. Ich gehöre nur nicht dazu. Und ganz allein stehe ich damit nicht da. Denn trotz Fitnesswahn gibt man oft zu, dass man irgendwie nicht genug Sport treibt, obwohl man doch sollte. Man müsste öfter, hat schon wieder nicht und wollte doch eigentlich, sagen viele. Wie gut kann etwas sein, zu dem man sich so sehr zwingen muss?
Ich habe schon tausend Mal erfolglos versucht, ein sportlicher Mensch zu werden. Und tausend Mal habe ich mich gefühlt wie eine Versagerin, weil es nicht geklappt hat. Mittlerweile habe ich meinen Frieden darin gefunden, einfach nur regelmäßig spazieren zu gehen und ab und zu, wenn mir der Rücken weh tut, ein paar halb erinnerte, halb erfundene Yoga-Posen auszuführen.
In einem Interview zur Frage, wie man ein langes, gesundes Leben führt, behauptet Dr. Ulrich Bauhofer: „Versuchen Sie, sich Ihr Leben so einzurichten, dass es Ihnen gut damit geht. Das ist das einzig Richtige“, meint er. Und er bestätigt meine Theorie: „Wenn Ihnen ein Spaziergang und ab und zu etwas Yoga gut tut, ist das doch ideal. Im Übrigen ist es effektiver, jeden Tag fünf oder zehn Minuten Yoga zu machen, als einmal die Woche 40 Minuten.“
Bauhofer sagt also, was ich schon lange vermute. Bewegung ist zwar wichtig, es gibt aber etwas, was für die Gesundheit schlechter ist, als zu wenig Bewegung: Stress. Und der entsteht nicht nur durch einen anstrengenden Beruf, sondern vor allem durch das ewige schlechte Gewissen.
Quelle: www.jetzt.de (adaptiert)
Glossar
die Versagerin – weibliche Person, die nichts in ihrem Leben erreicht hat